Stadtbahn | light rail



Anlagenplanung
Baubeginn


Eine kleine Stadtbahn


Wenn man sich mit dem Thema Feldbahn im Modell beschäftigt, sollte man sich im Klaren darüber sein, ob es eine richtige Feldbahn mit Bagger, Schüttstation und Brecherwerk werden soll oder ob man sich eher in Richtung MPSB oder Ähnlichem orientiert. Anhand all meiner Planspiele mit Papierschablonen hat sich nun ein Gleisplan ergeben, der einen sinnvollen Betrieb ermöglicht und dabei einen „vorbildmäßigen“ Betrieb erlaubt. Außerdem kann ich im Bereich Gleis- und Weichenbau aufgrund von Akku-Betrieb neue Wege gehen und komme direkt zu diesem Punkt.

Der Gleis- und Weichenbau kann ohne Rücksicht auf elektrische Trennungen und Polarisierung nahtlos durchgeführt werden, da alle Loks mit Akkus und RC betrieben werden, ohne auf den digitalen Komfort wie z. B. Sound verzichten zu müssen. Allerdings suche ich noch digitale Elemente, welche sich problemlos einbauen und betreiben lassen.
Der Betrieb mit Akkus ist gegenüber der üblichen Praxis mit digitaler Spannung am Gleis vielleicht nicht ganz so komfortabel, hat aber den Vorteil von allem unabhängig zu sein, sogar von der Schiene. Deshalb sollte man immer darauf achten, dass die Lok bei „Betriebsende“ komplett ausgeschaltet ist. Es soll ja zerstreute Menschen geben, die ihre Lok abends ins Regal gestellt haben und diese morgens am Boden wiederfanden.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein Missverständnis aufklären, welches im Modellbahnhobby nach wie vor unwidersprochen vorherrscht, nämlich der falsche Begriff Drehscheibe.

Drehbühne und nicht Drehscheibe!
  • Der Begriff Drehscheibe stammt aus der Länderbahnzeit und ist falsch. Das lag daran, dass man zur Winterzeit an die Drehbühne beidseitig Bretter montierte, um die Grube gegen einfallenden Schnee und Eisbildung zu schützen, wodurch das Ganze wie eine Scheibe wirkte. Tatsächlich lautet der Fachbegriff allerdings Drehbühne und nicht Drehscheibe! Generell handelt es sich immer um eine Bühne, egal ob für 360º, segmentiert oder zum Schieben.

Endlich am Ziel

Nachdem einige Zeit vergangen ist, in welcher ich manchen Entwurf konzipierte und in diesem Blog veröffentlicht habe, aber keinen jemals vollständig realisieren konnte, bin ich nun im Rahmen des vorhandenen Platzes in meinem umgebauten Domizil am gesteckten Ziel angekommen.

Die neue Anlage sollte auf einer maximalen Länge von 370 cm alles betrieblich Notwendige auf sich vereinigen, um Langeweile von vornherein auszuschließen. Kniffelig war dabei die Planung der Fiddle-Yards, weil nur jeweils 62 cm zur Verfügung standen. Schließlich fand ich die Lösung im Verschieben von zwei Bühnen gegeneinander - in der Zeichnung blau und schwarz dargestellt, was auch ein Umsetzen ermöglicht. Zwar kann ich immer nur einen Güterwagen zusammen mit meiner Demag ML 70 oder DIEMA DS 90 einsetzen, allerdings wird mit Sicherheit keine Langeweile dabei aufkommen. Die Henschel Bn2t Riesa kann ich aufgrund der LüP von 365 mm leider nicht auf der „Stadtbahn“ einsetzen und wird ihren Dienst zusammen mit Muldenkippern auf der zukünftigen Außenanlage mit Brecherwerk à la Glossen verrichten.

Beim Unterbau muss ich mich noch entscheiden, in welcher Art dieser ausgeführt werden soll. Die erste Variante wäre der traditionelle Unterbau mit 10 cm hohen Modulen mit Modulverbindern oder aber die Variante mit 120 bis 150 mm starken Styrodurplatten mit einfacher Steckverbindung. Weil die Anlage auf 125 cm Schränken platziert wird, werde ich mich wahrscheinlich für die Variante Module entscheiden.

Ausleuchtung der Anlage

Bei meiner neuen Heimanlage werde ich leichte LED-Bänder verbauen, die per Fernbedienung im RGB-Farbraum einstellbar sind, was u. a. auch eine „blaue Stunde“ ermöglicht. Ferner ist mir sehr daran gelegen, dass der Aufbau und Gewicht der Anlage so leicht wie möglich durchführbar wird. Früher habe ich immer LED-Leuchten verbaut, was sich deutlich im Gewicht aufgrund der notwendigen Unterkonstruktion niederschlug.

Für eine hervorragende Beleuchtung mit LED-Bändern verwendet man gewöhnliche Aluminiumfolie, die vor dem Aufbringen auf das Trägermaterial wie z. B. Finnpappe mehrfach gefaltet wird, um eine hohe und blendfreie Lichtstreuung zu erreichen, wie ich es auch ehemals im professionellen Bereich beim Herstellen von Aufhellern für meine Film- und Fotoarbeiten angewendet habe. Das Aufleimen sollte mithilfe von Kontaktklebern immer mit der matten Seite nach außen erfolgen, nach außen deshalb, um unschöne Blendungen durch die nicht eloxierte, leicht spiegelnde Seite auszuschließen. Im nächsten Schritt erfolgt dann die Montage des „Himmels“ an den jeweiligen Modulen. Fiat lux!

Finaler Plan vor Baubeginn

Zeichnung und Illustration: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer  -  Alle Rechte vorbehalten

Gleisbau

Vorlagen für Profil S 14 und 3,5t Achsdruck bei Spurweite 600 mm
In dieser Kolumne biete ich hin und wieder Vorlagen für den Gleisselbstbau im Maßstab 1:13,7 (7/8ths) an und beginne mit einem geraden Gleisjoch in 7 Meter Länge sowie einem Gleisjoch 5 Meter mit 24º und Radius 1000 mm.
Beim Gleisselbstbau sollten die Schwellen aus Kiefer- oder Buchenleisten gesägt und ausschließlich Code 250 (Peco) Gleisprofil verwendet werden. Gelaserte Schienenplatten aus Architekturkarton sind nicht unbedingt erforderlich und ein Nageln tut es vor allem auch dann, wenn es so richtig gammelig werden soll.





Lichtraumprofil

Was das Lichtraumprofil (LR) betrifft, kann man sich entweder diese Schablone ausdrucken, aufkleben und ausschneiden. Es gilt dabei zu beachten, dass genau wie beim Vorbild noch 500 mm (36,5 mm bei 7/8ths) Erweiterung zum LR hinzukommen. Das ist der Raum, wo kein fester Gegenstand hineinragen darf. Bei zwei- oder mehrgleisigen Anlagen benötigt man zwischen den Gleisen immer nur einmal die Erweiterung sowie je einmal an den Außenseiten.
Die PDF-Vorlage ist im DIN A4-Format für 7/8ths angelegt. Ausdruck PDF mit 100 % auf DIN A4 für 1:13,7, für 1:13,3 auf 103 % einstellen!


Die Abmessungen des LR ab OK Schienenprofil betragen im Original 3100 x 2100 mm (h x b).
Bei Lenz Normalien wären es 2900 x 2000 mm (h x b).



Idee, Illustrationen, Zeichnungen, Fotos, Modellbau und Anlagenbau: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer  •  Alle Rechte vorbehalten


Stand: 7. Januar 2026