Heimanlage



Anlagenplanung
Baubeginn


Stadtbahn «Sur le Canal»


Wenn man sich mit dem Thema Feldbahn im Modell beschäftigt, sollte man sich im Klaren darüber sein, ob es eine richtige Feldbahn mit Bagger, Schüttstation und Brecherwerk werden soll oder ob man sich eher in Richtung CFCD, CFTT, TPT, MPSB, Deinste oder Ähnlichem orientiert. Anhand all meiner Planspiele mit Papierschablonen hat sich nun ein Gleisplan ergeben, der einen sinnvollen Betrieb ermöglicht und dabei einen kurzweiligen Betrieb erlaubt. Außerdem kann ich im Bereich Gleis- und Weichenbau aufgrund von Akku-Betrieb neue Wege gehen und komme direkt zu diesem Punkt.

Der Gleis- und Weichenbau kann ohne Rücksicht auf elektrische Trennungen und Polarisierung nahtlos durchgeführt werden, da alle Loks mit Akkus und RC betrieben werden, ohne auf den Komfort wie z. B. Sound verzichten zu müssen. Allerdings suche ich noch (digitale) Elemente, welche sich problemlos einbauen und betreiben lassen.
Der Betrieb mit Akkus ist gegenüber der üblichen Praxis mit digitaler Spannung am Gleis vielleicht nicht ganz so komfortabel, hat aber den Vorteil von allem unabhängig zu sein, sogar von der Schiene. Deshalb sollte man immer darauf achten, dass die Lok bei „Betriebsende“ komplett ausgeschaltet ist. Nicht, dass man das „teuere Stück“ morgens am Boden wiederfindet und viele Stunden Arbeit für die Katz' waren.


Endlich am Ziel

Nachdem viel Zeit vergangen ist, in welcher ich manchen Entwurf konzipierte und in diesem Blog veröffentlicht habe, aber keinen jemals vollständig realisieren konnte, bin ich nun im Rahmen des vorhandenen Platzes in meinem umgebauten Domizil am gesteckten Ziel angekommen.

Die neue Anlage soll auf einer maximalen Länge von 378 cm alles betrieblich Notwendige auf sich vereinigen, um Langeweile von vornherein auszuschließen. Kniffelig war die Planung der Fiddle-Yards, weil für die Gleise nur jeweils 68 cm Nutzlänge zur Verfügung standen und fand schließlich die Lösung im Verschieben von zwei Bühnen gegeneinander - in der Zeichnung blau und schwarz dargestellt, was auch ein Umsetzen ermöglicht. Zwar kann ich immer nur einen Güterwagen zusammen mit meiner Demag ML 70 oder DIEMA DS 90 einsetzen, allerdings wird mit Sicherheit keine Langeweile dabei aufkommen. Die Henschel Bn2t Riesa mit einer Gesamtlänge von rund 400 mm passt gerade noch so auf die Fiddle-Yards, allerdings wird sie künftig ihren Dienst zusammen mit Muldenkippern auf der geplanten Außenanlage samt Brecherwerk à la Glossen versehen.

Mein neuer Grundsatz
Zu guter Letzt möchte ich zur Vorstellung meines Projektes noch etwas bemerken. Viele Modellbauer stellen ihre Projekte immer beginnend mit dem Aufbau der Anlage bzw. der Module/Segmente und dem Gleisverlegen in vielen Schritten vor, um dann die Berichterstattung bei den Häusern fortzusetzen. Im Allgemeinen zieht sich diese Art der Anlagenvorstellung hin wie Kaugummi und nehme mich diesbezüglich nicht aus, weil ich früher genauso gehandelt habe. Man sollte aber neue Wege gehen können, welche ich nun beschreiten möchte. D. h., dass ich zuallererst das rollende Material und die Häuser baue und erst danach mit dem Aufbau der Module beginnen werde. Das erzeugt bei den Lesern mit Sicherheit große Spannung und kann jetzt schon eine zeitnahe Berichterstattung garantieren, denn auch ich unterliege dem biologischen Alterungsprozess.


Finaler Plan

Der finale Gleisplan stellt mein Bauvorgaben dar, wobei die abgebildeten Häuserfassaden nur als vorläufiger Platzhalter dienen, denn die tatsächliche Ausführung der Stadthäuser wird «französisch» sein, weil diese wesentliche mehr Flair zu bieten haben als das deutsche Einerlei in seiner Eintönigkeit. Dazu habe ich alle Häuser nummeriert und ihre Verwendung angegeben.

Beim Unterbau habe ich mich dazu entschieden, die Module und Fiddle-Yards aus 10 mm starkem Pappelsperrholz mit einer Gesamthöhe von 15 cm zu bauen und werde diese mit Modulverbindern aus Aluminium zusammenzuschrauben. Bevor ich jedoch die Module zusammenschraube, baue ich zuallererst eine Lok (Demag ML 70) und Güterwagen (DWC) sowie alle Häuser, um zu vermeiden, dass alles wieder jahrelang liegen bleibt. Das ist mir zweimal passiert, ein drittes Mal nicht mehr.


Modulverbinder verwende ich schon jahrelang, weil sie Module bombenfest zusammenfügen und die SOK immer passgenau eingehalten wird. Ich könnte ja wieder die von Schnellenkamp nehmen (s. Foto), allerdings sind diese exorbitant teuer geworden und zurzeit auch nicht erhältlich. Zukünftig verwende ich deshalb nur noch die preiswerten von der Hobbyecke Schuhmacher.

Noch ein Wort zur Planung. Hier habe ich mir ausnahmsweise einmal erlaubt, ein Thema umzusetzen, was in gewisser Weise an die Rue Perrin von Christopher Payne erinnert. Selbst bekannte Modellbauer haben sich bei anderen Modellbauern wie z. B. Chuck Doan vieles abgeschaut und in ihre Arbeiten einfliessen lassen, teils sogar 1:1, was ich aber durchaus nicht als verwerflich bewerte. Im Gegenteil, es regt die eigene Kreativität an und man bringt dadurch sehenswerte Darstellungen hervor, die mit dem Begriff „Abkupfern“ überhaupt nichts zu tun haben. Und bei Ausstellungen bin ich auch immer wieder auf Anlagen, Dioramen usw, gestossen, die in ihrer Gestaltung an manch edles Werk erinnerten.


Zeichnung und Illustration: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer  -  Alle Rechte vorbehalten

Im Plan habe ich das Thema noch einmal geändert und auch die Betreiberangabe bei den Güterwagen entfernt. Lediglich ein einziger Güterwagen wird mit der Bezeichnung TPT K3 versehen sein, für die Lokomotiven und restlichen Güterwagen denke ich mir noch eine fiktive Betreiberangabe aus.


Ausleuchtung der Anlage

Bei der neuen Heimanlage werde ich leichte LED-Bänder verbauen, die per Fernbedienung im RGB-Farbraum einstellbar sind, was u. a. auch eine „blaue Stunde“ ermöglicht. Ferner ist mir sehr daran gelegen, dass der Aufbau und Gewicht der Anlage so leicht wie möglich durchführbar wird. Früher habe ich immer LED-Leuchten verbaut, was sich deutlich im Gewicht aufgrund der notwendigen Unterkonstruktion niederschlug.

Für eine hervorragende Beleuchtung mit LED-Bändern verwendet man gewöhnliche Aluminiumfolie, die vor dem Aufbringen auf das Trägermaterial wie z. B. Finnpappe mehrfach gefaltet wird, um eine hohe und blendfreie Lichtstreuung zu erreichen, wie ich es auch ehemals im professionellen Bereich beim Herstellen von Aufhellern für meine Film- und Fotoarbeiten angewendet habe. Das Aufleimen sollte mithilfe von Kontaktklebern immer mit der matten Seite nach außen erfolgen, nach außen deshalb, um unschöne Blendungen durch die nicht eloxierte, leicht spiegelnde Seite auszuschließen. Im nächsten Schritt erfolgt dann die Montage des „Himmels“ an den jeweiligen Modulen. Fiat lux!


Gleisbau

Vorlagen für Profil S 14 und 3,5t Achsdruck bei Spurweite 600 mm
In dieser Kolumne biete ich hin und wieder Vorlagen für den Gleisselbstbau im Maßstab 1:13,7 (7/8ths) an und beginne mit einem geraden Gleisjoch in 7 Meter Länge sowie einem Gleisjoch 5 Meter mit 24º und Radius 1000 mm.
Beim Gleisselbstbau sollten die Schwellen aus Kiefer- oder Buchenleisten gesägt und ausschließlich Code 250 (Peco) Gleisprofil verwendet werden. Gelaserte Schienenplatten aus Architekturkarton sind nicht unbedingt erforderlich und ein Nageln tut es vor allem auch dann, wenn es so richtig gammelig werden soll.





Lichtraumprofil

Was das Lichtraumprofil (LR) betrifft, kann man sich entweder diese Schablone ausdrucken, aufkleben und ausschneiden. Es gilt dabei zu beachten, dass genau wie beim Vorbild noch 500 mm (36,5 mm bei 7/8ths) Erweiterung zum LR hinzukommen. Das ist der Raum, wo kein fester Gegenstand hineinragen darf. Bei zwei- oder mehrgleisigen Anlagen benötigt man zwischen den Gleisen immer nur einmal die Erweiterung sowie je einmal an den Außenseiten.
Die PDF-Vorlage ist im DIN A4-Format für 7/8ths angelegt. Ausdruck PDF mit 100 % auf DIN A4 für 1:13,7, für 1:13,3 auf 103 % einstellen!


Die Abmessungen des LR ab OK Schienenprofil betragen im Original 3100 x 2100 mm (h x b).
Bei Lenz Normalien wären es 2900 x 2000 mm (h x b).


Modellbau Häuser

Unter dieser Subheadline stelle ich alle Modellbauarbeiten von den Häusern dar, allerdings nicht alle Bauabschnitte. Diese stelle ich in folgender Reihenfolge vor: Anstoß (Baubeginn), Halbzeit (Stand der Dinge), Abpfiff (fertiges Modell).



Idee, Illustrationen, Zeichnungen, Fotos, Modell- und Anlagenbau: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer  •  Alle Rechte vorbehalten


Stand: 8. Februar 2026