Demag ML 55 Nr. 1
Diesellokomotive
Demag ML 55 Nr. 1
Bevor ich loslege, möchte ich darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag zur DEMAG ML 55 Nr. 1 viele Textbausteine aus dem Beitrag über die DEMAG ML 55 Nr. 2 eingefügt habe. Denn das einzige, was sich gegenüber der ML 55 Nr. 2 baulich ändert, ist das Führerhaus, alles andere ich gleich. Deshalb muss ich das Rad nicht neu erfinden und wünsche nun viel Spaß beim Lesen.
Anlass für das Bauen einer Demag ML 55 Nr. 1 - ML55 steht für Motorleistung 55 PS - war vor langer Zeit ein Bericht im Buntbahn-Forum, welcher den Wunsch in mir weckte, eine Variante mehr im Bestand zu haben. Einziger Fehler in dem BBF-Bericht ist die Angabe Demag ML 70, dem ich zunächst aufgesessen war, aber meine intensive Suche und Fund eines alten Prospektes (siehe Sreenshot) im WWW hat endgültig Klarheit geschaffen. Eine ML 70 hat es nie gegeben! Es gab von DEMAG lediglich die Diesel-Lokomotiven der Bauart ML 15, ML 55 und ML 100 für Regel-, Schmal- und 600 mm-Spur, wobei nur die ML 15 ausschließlich für die 600 mm Spurweite gebaut wurde.
Screenshot von einem originalen DEMAG-Prospekt aus dem Jahr 1940,
welches alle Zweifel beseitigt hat.
Screenshot: Sammlung Horst Wilhelm Bauer
Ein weiterer Screenshot von der Demag Bauart ML 55, welcher einige Details zeigt, wenn diese
auch teilweise nur schwer zu erkennen sind. Das Loch in der Mitte der Pufferbohle ist für die Kurbelwelle zum manuellen Anlassen vorgesehen.
Screenshot: Sammlung Horst Wilhelm Bauer
Nun liegen alle in Vivak gelaserten Bauteile auf meinem Basteltisch und wurden auch schon bearbeit, was bedeutet, dass alle Teile entgratet wurden und miteinander verklebt werden. Das Laserschneiden in Vivak ist eine feine Sache und das Zusammenfügen der Bauteile geht nach deren Entgratung schnell von der Hand, ohne dass die Genauigkeit dabei abhandenkommt. Deshalb möchte ich noch einmal Vivak® als idealen Werkstoff für das Laserschneiden, Fräsen und Bauen empfehlen.
Demag ML 55 | Nr. 1
Zwischenzeitlich war es mir gelungen, Kopien von Originalzeichnungen sowie Fotos zu ergattern und möchte gerne die fertige Rekonstruktion der Demag ML 55 Nr. 1 vorstellen. In der Zeichnung fehlen jetzt nur noch die Kuppelstange und Wurfhebelbremse, ansonsten ist diese vollständig.
Zuerst folgen von mir gezeichtete Schilder nach Originalvorlagen, die nicht nur bei der Demag ML 55 angeschraubt waren, sondern auch an der ML 15 und ML 100.
Reinzeichnungen von DEMAG Lokschilder
Reinzeichnungen von diversen DEMAG Lokschildern nach originalen Vorlagen (Foto).
Das kleine „g“ stimmt bei allen Schildern nicht, weil ich nicht über die richtige Schrift
verfüge, obwohl ich über 2000 Schriften in verschiedenen Schnitten besitze.
Rekonstruktion und Zeichnungen: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer - Alle Rechte vorbehalten
Reinzeichnung DEMAG ML 55 Nr. 1
Zeichnung der Demag ML 55 Nr. 1 - die Kuppelstange habe ich vorläufig weggelassen.
Die Bezeichnung ML 55 steht für Motorleistung von 55 PS.
Rekonstruktion und Zeichnung: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer - Alle Rechte vorbehalten
Zusammenbau Lokrahmen mit Vivak®
Nachdem ich Acryl XT endgültig von meiner Werkstoffliste gestrichen habe, werden Lokbauteile nur noch in Vivak® gelasert mit dem Ergebnis, dass nunmehr alles perfekt passt und nur wenig Nacharbeit notwendig ist. So habe ich es mir schon immer gewünscht und bin froh, dass ich den richtigen Werkstoff gefunden habe.
Dabei gilt es zu beachen, dass man das gelaserte Vivak vor dem Baubeginn tempert und danach die beim Laserschneiden entstandenen Grate entfernt, besonders bei den Nocken. Anschließend steckt man die Bautele zum Prüfen der Passgenauigkeit lose zusammen. Was soll ich sagen: Bis jetzt hat immer alles perfekt gepasst! So ein gutes Ergebnis habe ich noch nie gehabt und bin mehr als hochzufrieden. Danach erfolgt das Zusammenkleben der Bauteile und verwende dazu UHU Plast Special, man kann aber auch UHU Allplast oder Ruderer L530 zum Kleben von Vivak® verwenden.
Ein Tipp zu VIVAK®
- Vor der Verarbeitung von VIVAK-Bauteilen diese etwas tempern (siehe auch hier), um Spannungen im gelaserten Material abzubauen. Das Tempern ist aber kein Muss, es geht auch ohne.
- Das geht übrigens auch mit Acryl XT, weil danach keine Risse bei Nocken oder Nockenlöchern und keine tannenbaumartige Ausstrahlungen z. B. beim Bohren in das Material entstehen.
- Wichtiger Hinweis: Alle Angaben ohne jegliche Gewährleistung. Haftungsausschluss!
Empfehlung PDF-Broschüre Axpet® und Vivak®
Ich empfehle, dass man sich die für Modellbauer interessante PDF-Broschüre „Verarbeitungshinweise Axpet® und Vivak®“ bei ThyssenKrupp unbedingt herunterladen sollte. Sie enthält u. a. viele Hinweise zum Formen, Laserschneiden, Lackieren, Kleben, Bohren, Sägen und vielem mehr zum Thema Vivak®.
Meine Werkzeuge zum Bearbeiten von gelasertem Vivak - mehr braucht man nicht.
Mit den gezeigten Klebstoffen ist man beim Bauen mit Vivak auf der sicheren Seite.
Ruderer L530 und UHU allplast eignet sich nicht nur für Vivak, sondern auch für ASA.
Basteln, bis der Arzt kommt!
Nach dem Zusammenkleben der Laserteile folgt das Einkleben der L-Profile und das Aufbringen der Nieten. Dann geht es an das Lackieren, was mit dem Grundieren beginnt und mit dem Rotlackieren des Lokrahmens endet. Sodann beginne ich mit dem Lokaufbau und werde im Führerhaus ein technisches Schmankerl einbauen.
Die folgenden Bilder zeigen den zunächst nur einfach zusammengesteckten, aber noch nicht verklebten Rahmen. Als der Rahmen vollständig verklebt war, viel mir dieser wegen einer Unachtsamkeit meinerseits vom Tisch und nahm einen irreparablen Schaden – Fotos unter Grande mahleur. Das Ganze also bitte noch einmal.
Nach dem Abziehen der Schutzfolie wurden alle Nocken und Passlöcher mithilfe einer
gewöhnlichen Nagelfeile und mit Schlüsselfeilen bearbeitet, um alle Lasergrate zu entfernen.
Das Foto zeigt sehr gute die Passgenauigkeit der bearbeiteten Laserteile - hier klemmt rein gar nichts.
Insgesamt habe ich etwa 2 Stunden benötigt, um alles passgenau zu bearbeiten.
Als Nächstes folgt nun das Ablängen und Einkleben der L-Profile im inneren Bereich.
Ein Blick ins Innere . . .
. . . zeigt den kleinen eingelassenen Steg (zweiter von links), der als Begrenzung
für die Aufnahme des Motorblocks dient.
L-Profile von Evergreen Scale Models eignen sich bestens und lassen sich mit gewöhnlichem Kunststoffkleber, wie z. B. UHU Plast Special, in den Lokrahmen einkleben.
Grande malheur
Wegen einer kleinen Unachtsamkeit soeben passiert: Sturzschaden – und weil alle Teile bereits fest miteinander verklebt waren, muss alles noch einmal gelasert werden. Damit das nicht noch einmal passiert, werde ich die bruchgefährdeten Stellen verstärken. Für mich ist der Tag gelaufen.
Kapitaler Sturzschaden am 14. Juni 2026, der nicht reparabel ist.
😡😡😡😡😡
Operation Motorblock
Damit die DEMAG ML 55 Variante A sich auch von der Stelle bewegen kann, muss eine weitere LGB Stainz 2 ihren Motorblock spenden. Wie auch bei der ML 55 Variante B wird das problemlos vonstattengehen und kann sagen, dass der Motorblock „saugend“ passen wird.
Zum Einbau des Motorblocks musste ich eine zweite LGB Stainz erwerben,
allerdings ist der Motorblock die Ausführung 20201.
Bevor ich den Motorblock 20201 einbauen kann, muss ich noch Änderungen vornehmen, denn dieser Motorblock entspricht nicht der Ausführung von 2020 (siehe Foto). Der Motorblock 2020 ist glatt und bedurfte fast keiner Nachbearbeitung, außerdem hat er perfekt gepasst. Beim 20201 sieht die Sache ganz anders aus, weil ich hier einige Öffnungen verschließen, Passnasen und überstehende Halterungen absägen muss (siehe Fotos), bevor er saugend passt. Auch die beiden hinteren Kurbelzapfen müssen gekürzt werden.
Falls ich noch einmal einen Motorblock benötigen sollte, werde ich nur noch den 2020 oder 2090 nehmen, zumindest für eine Demag ML 55.
Stainz 2 Motorblock 20201 . . .
. . . und Details davon.
Ein Blick auf die Unterseite zeigt die überstehende Führung von den Schienenschleifern.
Ein besseres Foto habe ich leider nicht mehr in meinem Archiv. Es zeigt aber
die glatte Ausführung des Motorblocks 2020.
Ein Blick auf die „ausgeweidete“ Stainz 2. Die Reste wie Kuppelstangen usw. hebe ich auf,
man kann ja nie wissen, wofür man diese noch gebrauchen kann.
Die Stromversorgung für den Motorblock übernehmen zwei 9V-USB-Akkus mit
jeweils 1300 mAh im Wechsel.
Legende
Nocken > Passnasen
Sämtliche Rekonstruktionen, Illustrationen, Zeichnungen, Fotos und Modellbau: Horst Wilhelm Bauer
© Horst Wilhelm Bauer • Alle Rechte vorbehalten
© Horst Wilhelm Bauer • Alle Rechte vorbehalten
Stand: 16. Juni 2026
























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